Fachkräftesicherung macht jetzt Frau K-M
- Jobcenter Ostholstein unterstützt Fachkräftesicherung
- Hanadi Alher aus Syrien wird Medizinische Fachangestellte
Fachkräftesicherung, Integration von anerkannten Asylbewerbern in den Arbeitsmarkt, Jobs für Eltern und Bekämpfung von Kinderarmut sind aktuelle gesellschaftliche Themen und Schwerpunkte in der Arbeit des Jobcenters Ostholstein.
Bis 2025 sinkt die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 65 Jahren im Kreis Ostholstein um rund 15.000 oder zwölf Prozent, im Landesschnitt dagegen mit minus sechs Prozent nur halb so stark. Die Personalnachfrage der Betriebe und Verwaltungen in Ostholstein ist schon jetzt sehr hoch und wird in den kommenden Jahren durch Altersabgänge noch steigen.
Mit vielfältigen Aktivitäten leistet das Jobcenter Ostholstein seinen Beitrag, um Arbeitslose in Beschäftigung zu bringen und die Personalbedarfe der Betriebe zu decken. Neben der Verbesserung der beruflichen Qualifikation durch Weiterbildungsangebote und der Mobilität durch Förderung von Führerscheinen und Fahrzeugen unterstützt das Jobcenter Ostholstein unter anderem auch den Einstieg von jüngeren Arbeitslosen in eine Berufsausbildung. Der Ausbildungsstart ist mit höheren Kosten verbunden, und um die finanziellen Belastungen zu kompensieren und Abbrüche zu vermeiden, zahlt das Jobcenter Ostholstein einmalig 500 Euro als „Starterpaket“.
Mit Hanadi Alher aus Syrien, Mutter von drei Kindern, hat auch eine anerkannte Asylbewerberin das „Starterpaket“ erhalten. Sie hat in Syrien bereits als Krankenpflegerin in einem Krankenhaus gearbeitet und ist mit ihren Kindern 2015 nach Deutschland geflüchtet. Nach einem vom Jobcenter Ostholstein unterstützten Praktikum hat sie am 1. August in der Gemeinschaftspraxis von Reimar Busse und Dr. Gerd Petersen eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten (früher: Arzthelferin) begonnen. Hanadi Alher wird zur qualifizierten Fachkraft ausgebildet und mit ihrem Berufsabschluss beste Voraussetzungen auf dem Arbeitsmarkt mitbringen.
„Hanadi Alher ist in diesem Jahr eine von bereits 250 anerkannten Asylbewerberinnen und Asylbewerbern, die mit Unterstützung des Jobcenters Ostholstein in Ausbildung gegangen sind oder einen Arbeitsplatz erhalten haben. 2017 waren es von Januar bis August rund 140. Allein rund 60 anerkannte Asylbewerberinnen und Asybewerber absolvieren zur Zeit eine Berufsausbildung im Kreis Ostholstein. Das Jobcenter Ostholstein betreut aktuell rund 1.300 anerkannte Asylbewerberinnen und Asybewerber. Rund 600 nehmen an einem Sprach- oder Integrationskurs des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge oder einem Qualifizierungsangebot des Jobcenters teil, rund 280 absolvieren eine Ausbildung oder arbeiten, beziehen aber weiterhin Leistungen vom Jobcenter, und rund 360 sind arbeitslos.
Gemessen an der Zahl der anerkannten Asylbewerberinnen und Asylbewerber hat das Jobcenter Ostholstein mit rund 18 Prozent unter allen Jobcentern in Schleswig-Holstein aktuell die höchste Integrationsquote in Ausbildung und Arbeit“, erläuterte der Geschäftsführer des Jobcenters Ostholstein, Karsten Marzian.
Erfreulich ist dabei weiter, dass mit Hanadi Alher auch die Mutter von drei Kindern zu einer qualifizierten Fachkraft ausgebildet wird. Die Beschäftigung von Eltern ist nicht nur gesellschaftlich von großer Bedeutung, sondern auch bei der Deckung der Personalbedarfe der Arbeitgeber immer wichtiger.
„Unter den 2.100 Ostholsteiner Familien mit 3.900 Kindern unter 18 Jahren, die Leistungen vom Jobcenter Ostholstein erhalten, sind viele beruflich qualifizierte und motivierte Eltern, die als Fachkräfte gewonnen werden können. Wichtig ist neben der Mobilität, die vom Jobcenter gefördert wird, aber auch, dass die Rahmenbedingungen der Kinderbetreuung stimmen. Auch bei der Integration von Eltern in Ausbildung und Arbeit hat das Jobcenter Ostholstein mit aktuell rund 17 Prozent die höchste Integrationsquote unter den Jobcentern in Schleswig-Holstein.
Eltern zeigen sehr häufig großes persönliches Engagement und Organisationstalent und verfügen über gute soziale Netzwerke, so die Aktionspartner. Nur die Unternehmen, die auch das Beschäftigungspotential der Eltern nutzen, werden im zunehmenden Wettbewerb um die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Ostholstein einen Vorsprung haben“, betonte Kathrin Kunkel, Beauftragte für Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt des Jobcenters Ostholstein.